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 |  |  | WM Südafrika 2010 | | | Südafrika lässt die Linie vermissen WM 2010 Negative Überraschungen bei Fifa-Inspektionsreise Die Fifa-Inspektoren fielen aus allen Wolken, als sie Mitte Juli Südafrika bereisten, um die Fortschritte der Vorbereitung der Fussball-WM 2010 zu überprüfen.
In Kapstadt wurde den Fifa-Inspektoren eröffnet, man habe jetzt vier neue Standorte für ein Stadion. Die zur Bewerbung eingereichten Unterlagen seien eigentlich überholt. Vielleicht hat der Generalsekretär des lokalen Organisationskomitees, Danny Jordaan, ja das gemeint, als er sagte: «Mitte Juli haben Fifa-Inspekteure das Land bereist und mehr vorgefunden, als sie erwartet haben.»
Die Uhren gehen anders in Südafrika. Um die Organisation eines Grossturnieres zu studieren, hatte sich eine 30-köpfige Delegation für den Konföderationen-Pokal in Deutschland angemeldet. Gekommen sind 20, und als das WM-OK 2006 sie als guter Gastgeber am Frankfurter Flughafen abholen wollte, war selten jemand in der angekündigten Maschine. Sie hatten ihre Pläne kurzfristig geändert. Einer wollte das gesamte Turnier verfolgen, reiste mit zwei Tagen Verspätung an, um am nächsten oder übernächsten Tag wieder abzureisen, ohne das bestellte Hotelzimmer zu stornieren. Südafrikanische Mentalität.
Transport, Hotels, Infrastruktur: Diese Probleme werden die Südafrikaner lösen – zweifellos. Selbst die Sicherheit werden sie im Griff haben. Südafrika blieb bisher von Terrorismus-Anschlägen verschont, und die herkömmliche Kriminalität sinkt: Die Polizei ist jetzt mit tragbaren Fingerabdruck-Scannern ausgerüstet, und sie darf jedermann jederzeit auffordern, einen Fingerabdruck abzugeben. Da angesichts des herrschenden Analphabetismus auch auf den Führerscheinen und Personalausweisen keine Unterschriften, sondern Fingerabdrücke sind, ist ein Abgleich leicht möglich und eine Fälschung erschwert.
Der Schwarzmarkt wird blühen
Die grossen Problembereiche sind die Eintrittspreise und die Stadien. Soll die Bevölkerung bei 36 Prozent Arbeitslosigkeit und 500 Euro Durchschnittseinkommen die Spiele im Stadion live verfolgen können, müssen die Ticketpreise extrem niedrig sein. Das führt zu einem grauen oder schwarzen Markt in Europa und Asien. Werden Preise wie in Deutschland erhoben – die ja auch schon moderat sind – wird die WM unter Ausschluss der einheimischen, überwiegend schwarzen Fans stattfinden. Bei den Stadien handelt es sich meist um Rugby-Arenen, die umgebaut werden müssen. Noch aber ist völlig ungeklärt, wer die Kosten trägt. Der Staat will bislang nur in Johannesburg ein neues WM-Stadion bauen, das er danach dem Verband, der SAFA, schenkt. Damit glaubt er, seine Schuldigkeit getan zu haben.
Die Stadion-Betreiber aber werden wenig Interesse haben, Umbau-Massnahmen zu bezahlen, zumal sie während der WM quasi «enteignet» werden, indem sie die Stadien werbefrei übergeben und ihre Logen ans Fifa-Marketing (oder eine angeschlossene Tochter) abtreten müssen.
Der Verband gab 2004 einen Verlust von 56 Millionen Rand (etwa 8 Millionen Euro) bekannt und hat damit auch kein Geld. Hinzu kommt, dass im Organisationskomitee Präsident Irvin Khoza und Generalsekretär Danny Jordaan nicht Hand in Hand arbeiten, sondern sich wie Katz und Hund betragen. Beim Spatenstich für das erste Fifa-SOS Kinderdorf im Rahmen der Kampagne «Sechs Dörfer für 2006» hatte Jordaan gedroht, auf dem Absatz kehrtzumachen, falls «der andere» auftauche.
| Fachinfos EM 08 / News Euro 08
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